Besinnlich

Es wird die Jahreszeit sein: mir ist so besinnlich. Seit Tagen laufe ich durch die Gegend und sinne nach, was dies für eine Zeit wäre, wenn ich am Freitag ein großes Fest feiern würde. Meine Freude feiern würde, die Dunkelheit ein weiteres Mal besiegt zu haben. Meinen Jubel feiern würde, dass die Tage – mit winzigen Schritten, doch auch der längste Weg ist Schritt für Schritt zu bewältigen – unaufhaltsam dem Frühjahr entgegen ziehen. Meine Gewissheit zu feiern, dass die erstarrte Erde aufbrechen und kleine Wunder aus dem Krume sprießen werden. Was wäre das für ein Fest!

Stattdessen soll ich feiern, dass ein Kindlein mit ungeklärten familiären Verhältnissen und unter historisch äußerst zweifelhaften Gesamtumständen vor bummelig 2000 Jahren geboren wurde. 

Besinnlich, wie ich bin, fällt mir dazu nur eines ein: Na und? Selbst wenn. Was hat das bitte mit mir zu tun?  

Freitag feiere ich ein Fest. Und was für eins. 

1 Kommentar

  1. Zu diesem Fest gäbe es viel zu sagen. Ich weiß, dass in diesen Nächten keine Engel fliegen. Fühle ganz ähnlich. Hat was Nördliches an sich. Führt man es sich vor Augen, dann ist dieses Fest etwas Sonderbares, ja Eigen-Artiges. In weiten Teilen der Welt gibt es keine Jahreszeiten. Und im südlichen Teil unserer Welt ist Sommer. Und in der Sonnenwiege träumt das Licht. Plainbrain zeigt Gemüt. Hat was. Ich glaube ich feiere auch. Danke für die Eingebung.

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